23. März 2007 - Kunst zum Mitnehmen

Die kleinen Büsten Friedrich des Großen sind das ideale Andenken an den Schlossbesuch. Erst die Bildung, dann der Kommerz: eine Tour durch Berliner Museumsshops
Berliner Zeitung
von Lea Sophie Lukas

In einem Museum kann man nicht nur viel lernen, sondern mittlerweile auch einiges einkaufen: Im Museumsshop treffen Kunst und Kommerz zusammen und entwickeln eine ganz besondere Art der \"Shopping-Kultur\". Noch in den 70er- Jahren wurde hier zu Lande die Einrichtung der kleinen Konsumtempel in den Museen kontrovers diskutiert, während man in Amerika bereits in den 50er-Jahren vor allem von deren wirtschaftlichen Nutzen überzeugt war.

Den schätzt man in Deutschland heute ebenso wie den besonderen Service für die Museumsbesucher, die sich gern das soeben bewunderte Ausstellungsstück als Miniatur einpacken lassen,vertiefende Fachliteratur mitnehmen oder über so manches angebotene Mitbringsel schmunzeln. So kann etwa der \"Geruch der Kindheit\", eine grüne Flüssigkeit in kleinen Ampullen, im Shop des Deutschen Guggenheim gekauft werden. Übrigens sind alle hier vorgestellten Museumsshops frei zugänglich. Eine Eintrittskarte ist also nicht notwendig.

Deutsche Guggenheim:
Die Palette reicht vom hochwertigen, teuren Designobjekt bis zum verspielten Krimskrams für wenig Geld. Es gibt Blumenvasen zum Zusammenfalten, Filzschuhe zum Selbermachen und Bastelbögen, mit denen sich die alte Nationalgalerie, der Reichstag oder der Palast der Republik im Miniformat nachbauen lassen. Sogar die Verpackungen von Kaugummis und Schokolade verblüffen hier mit extravagantem Design. Angenehm ist die Kombination von Museumsshop und Café in einem Raum. So lässt sich der Genuss von Kaffee und Kuchen damit verbinden, sich noch ein bisschen im Shop umzusehen. Unter den Linden 13/15, Mitte, Mo-So 11-20 Uhr, Do 11-22 Uhr. www.deutsche-bank-kunst.com

Jüdisches Museum Berlin: In dem gelb angestrichenen Barockbau neben dem Museumsgebäude von Daniel Liebeskind befindet sich der Museumsshop des Jüdischen Museums. Hier gibt es vor allem Literatur. Geblättert werden kann in Sachbüchern zu jüdischer Geschichte und Kultur, in Biografien bedeutender Menschen jüdischen Glaubens, aber auch in Kochbüchern mit Rezepten für koscheres Essen, Kinderbüchern und hebräischen Wörterbüchern. Außerdem gibt es eine große Auswahl an Judaica: neunarmige Chanukkia-Leuchter in traditionellem oder modernem Design, mit dem Davidstern verzierten Schmuck, Kippa-Kappen und glitzernde \"Happy-Chanukka\"-Aufkleber. Daneben findet man aber auch Amüsantes, wie Postkarten mit Barbie und Ken, die Gebetsschal und Kippa tragen. Lindenstr. 9-14, Kreuzberg, Mo 10-22 Uhr, Di-So 10-20 Uhr.
www.cedon.de

Deutsches Historisches Museum: Wer sich für deutsche Geschichte interessiert, ist in diesem Shop richtig aufgehoben. Während draußen der Verkehr auf der Straße Unter den Linden vorbei rauscht, kann man drinnen zwischen dunklen Holzregalen in dicken Geschichtsbüchern und Museumskatalogen schmökern. Außerdem gibt es ein umfangreiches Angebot an CDs, DVDs und CD-Roms, mit denen die deutsche Vergangenheit auf moderne Art erfahrbar wird. Interessant ist auch ein Blick in die Vitrinen, in denen historische Gläser wie etwa der gotische Kugelbecher mit Tropfen oder das Renaissance Stangenglas mit Nuppen und Faden ausgestellt und zum Verkauf angeboten werden. Unter den Linden 2, Mitte, Mo-So 10-18 Uhr. www.dhm.de

Ethnologisches Museum: Das Sortiment an Fachliteratur über die Völker und Stämme dieser Erde bietet einiges, was es im normalen Buchhandel so nicht gibt: Fotobände, Geschichtslexika und Romane aus der ganzen Welt - etwa aus China, Afrika oder den Ländern der Südsee. Auch für Kinder gibt es spannende Bücher, die Geschichten von anderen Kontinenten und fremden Kulturen erzählen. Spaß macht es außerdem, durch die kleine Auswahl an Schmuck, Schreibwaren und dekorativen Kunstobjekten aus aller Welt zu stöbern und vielleicht sogar eine kleine Buddha-Figur oder ein südamerikanisches Perlenarmband mit nach Hause zu nehmen.Lansstr. 8, Dahlem, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So 11-18 Uhr. http://www.smb.museum/smb/shop

Schloss Charlottenburg:
 Der Museumsshop des Schloss Charlottenburg wird beschallt mit barocker Flötenmusik und bietet allerlei Dekoratives. Königin Luise hat ihre eigene Schmuckkollektion erhalten, Friedrich II. ziert Krawatten, Teller und Tassen. Zart duftende Rosenseifen, Hörbücher aus der Reihe \"PreussenHörKrimi\" und dekorativ verpackte Lebensmittel sind ebenso im Laden erhältlich wie eine umfangreiche Serviettenkollektion mit historischen Motiven. Mit dem Kauf dieser Servietten erfüllt man sogar noch einen guten Zweck: Ein Teil des Erlöses kommt dem Erhalt und der Restaurierung der preußischen Schlösser und Gärten zugute. Spandauer Damm 10, Charlbg., Di-Fr 9-17 Uhr, Sa, So 10-17 Uhr. www.museumsshop-im-schloss.de

Bröhan Museum:
Das Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus bietet in seinem Shop zwar nur eine kleine Auswahl an Produkten zum Verkauf an, diese sind dafür aber umso spezieller. Kunstvoll geschwungene Kerzenständer aus Zinn, zart verzierte Döschen und Schalen, hochwertiges Briefpapier in altmodischem Design - wer den Jugendstil mag, kann hier nicht einfach so vorbei gehen. Etwas Besonderes sind die Taschen und Seidenschals, die mit Motiven des Malers Walter Leistikow bedruckt sind. Je nach Saison und Sonderausstellungen wird das Sortiment regelmäßig verändert und ergänzt, weshalb es sich lohnt, dem Museum öfter mal einen Besuch abzustatten. Schloßstr. 1a, Charlbg., Di-So 10-18 Uhr. www.broehan-museum.de