1. Oktober 2004 - Botschafter der Schlösser
Botschafter der Schlösser - und der Region. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben großen Anteil am Erfolg der Museumsshop GmbH. „Ich suche so etwas Kleines, was man in die Jackentasche stecken kann". Die Kundin beschreibt mit den Händen den ungenannten Gegenstand - die Dame hinter dem Verkaufstresen reicht ihr einen handlichen Führer von Schloss Charlottenburg: Renate Döbler weiß, was ihre Kunden wünschen. Die knapp gefassten Schlossführer liegen dabei an der Spitze, gleich nach den Postkarten und vor den Büchern für das intensive Nachlesen zu Hause sowie der großen Auswahl reizvoller und hochwertiger Erinnerungsstücke an den Schlossbesuch.
Renate Döbler verkauft seit sechs Jahren im Museumsshop im Schloss Charlottenburg und ist damit fast von Anfang an dabei. 1997 wurde die „Museumsshop Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten GmbH" gegründet und in Schloss Charlottenburg der erste Museumsshop eröffnet, ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie sicherten einen schnellen Start und brachten das Konzept auf Erfolgskurs. Heute betreibt die GmbH fünf Museumsshops in Berlin und Potsdam, betreut weitere 28 Verkaufsstellen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und hat eine Reihe fester Arbeitsplätze geschaffen. Wichtiges Fundament der Expansion sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter geblieben.
Renate Döbler ist eine von rund 50 Damen und Herren, die ihre Tätigkeit in den Dienst einer guten Sache stellen. Denn was sie erwirtschaften, kommt den Preußischen Schlössern und Gärten zu Gute. Wir sind stolz darauf, dass durch unsere Arbeit etwas Neues geschaffen oder etwas Altes wieder hergestellt werden kann", beschreibt Renate Döbler den Lohn für ihr Engagement. Gezielt werden jedes Jahr von „Freunde e.V" Projekte ausgesucht, die dank der Ehrenamtlichen von der Museumsshop GmbH unterstützt werden. 2002/2003 war das die Wiederherstellung von historischen Gartenwegen im Schlosspark Rheinsberg, 2004 stand die Restaurierung der Sklaven vom Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten im Ehrenhof von Schloss Charlottenburg im Mittelpunkt. Zusätzlich wurde das Gemälde „Genius der Poesie" von Schadow im Schloss Charlottenburg restauriert.
Die Aufgabe der Ehrenamtlichen im Museumsshop beschränkt sich nicht auf den Verkauf. „Wir sind ein bestens funktionierendes Auskunftsbüro und manchmal fühlen wir uns auch als Botschafter der Schlösser und der Stadt." Ob es sich um die Familienverhältnisse der preußischen Könige handelt oder um die beste Verkehrsverbindung - die Damen und Herren wissen mit „Charme und Freundlichkeit", wie ihnen von allen Seiten bescheinigt wird, auf alles eine Antwort. Auf einen Dankesbrief aus den USA sind sie besonders stolz.
„Es macht Freude, man lernt täglich dazu und man hat Kontakt zu vielen Menschen", zählt Renate Döbler weitere Motivationsgründe auf. Englisch und die eine oder andere Fremdsprache sprechen sie alle; der Kollege Werner Büttner in Potsdam kann die Besucher in sieben Sprachen, darunter niederländisch und indonesisch begrüßen. Ihren Dienst teilen sie sich selber ein - unproblematisch und flexibel. So findet Renate Döbler noch Zeit, auch anderen Interessen nachzugehen, der Malerei und der Weiterbildung an der Uni.
Übrigens: Dass die Museumsshops nicht nur „Souvenirs" verkaufen, merken die Mitarbeiter vor allem in der Vorweihnachtszeit: „Dann kommen viele Berliner und Brandenburger, die ein außergewöhnliches Geschenk suchen" - oft eines, das sich nicht einfach in die Tasche stecken lässt.
von Ortrun Egelkraut









