26. Mai 2006 - Alte Motive auf neuen Taschen

Museumsshops sind mit eigenen Kollektionen auf Erfolgskurs
Berliner Morgenpost
von Brigitte Schmiemann
Charlottenburg: Museumsshops sind im Kommen. Mit ein paar Postkarten, Büchern und Postern ist es aber längst nicht mehr getan. Eigene Kollektionen sind der Renner. Jedenfalls in den Museumsshops der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Die Andenken finden auch in den zwei Shops im Schloss Charlottenburg ihre Käufer aus nah und fern. "Wir sind kein reiner Buchshop, keine beliebige Geschenkboutique oder gar ein Souvenirshop. Wir sind ein Museumsshop. Unsere Produkte sind individuell und qualitätsvoll, außerdem haben sie Geschichte", betont Monika L. Blumenstiel (43). Als Geschäftsführerin der "Museumsshop Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten GmbH" ist die Vollblut-Kauffrau für insgesamt sieben Museumsshops in den Schlössern der Stiftung sowie 27 Verkaufsstellen verantwortlich - und immer auf der Suche nach guten Ideen, die wieder zu attraktiven Produkten werden können.
Gerade ist die Frühlings-Kollektion "Prächtiger Pfau" um ein weiteres Accessoire bereichert worden. Der "Pfau in Päonienzweigen" schmückt jetzt auch eine Tasse, deren Innenwand der Leitspruch Friedrichs des Großen "suum cuique" (Jedem das Seine) ziert. Das Motiv mit dem Pfau, das modische Taschen, Etuis, Servietten, Streichhölzer, Espresso-Tassen und Untersetzer schmückt, wurde einer Wandbespannung aus der Wohnung des Prinzen Heinrich im Neuen Palais von Sanssouci entnommen, das in den Jahren von 1763 bis 1769 im Auftrag Friedrichs des Großen erbaut wurde. 40 ehrenamtliche Mitarbeiter helfen den 22 Beschäftigten in den Museumsshops in Berlin und Brandenburg, indem sie ein- bis zweimal in der Woche vier Stunden lang den Verkauf unterstützen. Der Charlottenburger Museumsshop wurde 1997 eröffnet und war damit der erste. Das Warenangebot orientiert sich an der Kunst und der Kultur der Schlösser und Gärten und an der preußischen Geschichte. Ein Azubi sowie 30 Saisonkräfte im Sommer sorgen dafür, dass die Öffnungszeiten der Läden identisch sind mit denen der Schlösser. In Charlottenburg hat der Shop sogar auch am Schließtag der Schlösser, am Montag, zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Ein Teil des Gewinns wird gespendet. Ein anderer Teil wird in neue Produkte investiert. Außerdem werden Rücklagen für Zukunftsprojekte gebildet. Die historische Serviettenkollektion, die in Thüringen als Sonderanfertigung produziert wird, hatte einen Vorlauf von rund einem Jahr. Doch das teure Experiment, in das zunächst 12 000 Euro Entwicklungskosten investiert werden mussten, hat sich gelohnt. "Wir haben sofort gemerkt, dass die Serie ein Renner wird. Vorbilder für die Motive sind Gemälde, Stiche, Porzellane und Wandbespannungen." Mitarbeiterin Nicole Herrenkind habe so überzeugend für die Idee gekämpft, dass der "Prächtige Pfau" schließlich auch als Serviette genehmigt wurde. "Es ist nicht immer einfach, den Produktausschuss der Stiftung zu überzeugen", erinnert sich die Geschäftsführerin.
Königliche Souvenirs aus dem Museum
Servietten
Motive der historischen Serviettenkollektion sind der "Prächtige Pfau", das Flötenkonzert Friedrichs II. in Sanssouci, das Schloß Sanssouci, das Dekor einer KPM-Zuckerdose aus dem Jahre 1795, Delfter Fliesen sowie das Schloß Charlottenburg mit dem Porträt der Königin Luise. Click here to find out more!
Schmuckkollektion
Königin Luise war es auch, die durch ihre Brosche auf dem Porträt-Gemälde von Josef Grassi aus dem Jahre 1802 - es ist im Schloß Charlottenburg zu besichtigen - die neue Schmuckkollektion "Luise" inspirierte. Die farbigen Glassteine mit Facettenschliff gibt es als vergoldete Silberkette (265 Euro) mit passenden Ohrringen (39 Euro) und als Armband (125 Euro).
Türkisbrosche
Auch ein Schmuckstück von Prinzessin Luise von Preußen (1808-1870), die Tochter der beliebten Königin Luise, ist nachgearbeitet und erst seit kurzem käuflich zu erwerben. Bei dem Design "Prinzessin Luise" handelt es sich um eine Brosche mit türkisfarbenen Glassteinen (125 Euro).
Uhren
Ein Vorhaben will das Museumsshop-Team in diesem Jahr noch in die Tat umsetzen. Eine Uhren-Kollektion - mit dem Preußenadler und den Unterschriften der preußischen Herrscher auf dem Armband der Herrenuhr; eine Damen-Variante mit dem Pfau sowie eine Rokoko-Ausgabe in gold-weiß. Seidentücher sind für 2007 geplant.
Foto: Joachim Schulz









